Riesling "This is not a Love Song" 2018 unfiltriert - HM Lang

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Ach was wäre das Leben ohne erfolgreiche wohlsituierte Manager die ihren zweiten Frühling erleben und frisch ans Werk gehen um Winzer zu werden. Markus Lang ist so einer und das H steht für seine Frau Heideline, denn gemeinsam wird hier auf ca 2,5 ha gewerkelt um mit die erstaunlichsten Weine zu produzieren die es in Österreich zu verkosten gibt. Der Clou ist die (s.u.) Baumpresse. In grauer Vorzeit wurde so in Österreich der Most gepreßt. Die Presse ist all in ca. 6 meter lang und der Most wird quasi nur durch das eigengewicht der Presse langsam und vor allem schonend gepresst. Das kann mitunter auch schon mal 2 Tage dauern. Ein stolzer Preis hat der Wein schon aber ich kann sagen mit das außergewöhnlichste was ich je an Weinen in Österreich und als Weisswein überhaupt getrunken habe. Der olfaktorische Eindruck der Weine hält jedenfalls seit meiner ersten Verkostung 2017 immer noch an!!!

Dies ist ein Riesling von 80 Jahre alten Reben aus Parzellen des Steiner Schreck, die demeter-zertifiziert bewirtschaftet werden. Der Steiner Schreck liegt rund 320 Meter über dem Meeresspiegel und gehört zu den steilsten Lagen des Kremstals. Er ist von Gföller Gneis und Granit geprägt. Der Riesling wurde bei umgerechnet 11 Vol.-% mit 2,8 pH am 26. 8. so früh wie noch nie zuvor gelesen. Er wurde über zwei Tage hinweg extrem langsam auf der selbst konzipierten 100-Tonnen-Baumpresse gepresst. Der Pressvorgang selbst läuft komplett reduktiv ab, danach aber hat der Saft Zeit zu bräunen, wird also bewusst einer Oxidation ausgesetzt. Der Saft wird spontan vergoren und über mehr als zwei Jahre hinweg auf der Vollhefe in der einer Bordelaiser 550-Liter-Steingut-Amphore ausgebaut, die eine ähnliche Microoxigenation zulässt wie ein großes Holzfass. Beim Vergären setzt Lang 3 bis 5 % abgebeerte Trauben hinzu, die interzellulär (wie bei der macération carbonique) gären und so den Gärprozess trotz der konstanten 9 °C im Keller immer wieder neu anstoßen. Später wird der Wein minimal geschwefelt. Er wurde unfiltriert und leicht geschwefelt im Februar 2021 mit ca. 3,2 pH gefüllt.

 

Farbe:

helles Strohgelb

 

Nase:

Sehr feine, helle, glockenklare Nase, die sich im frühen Stadium floral und zitrisch zeigt, mit Luft aber immer würziger wird. Neben Zitronen und Grapefruits gibt es hier Anklänge von knackigem Pfirsich und Birne, dazu ein wenig Verbene und Anis sowie etwas Hefe. Das alles wirkt sehr klar, harmonisch und unverfälscht, luftig leicht und schwebend trotz der Substanz. Es zeigt sich klar der Unterschied zum gleichen Wein aus dem Holzfass, der etwas gesetzter, etwas dunkler und auch cremiger wirkt.

 

Gaumen:

Der Riesling aus dem Steiner Schreck ist ein Unikat. Einerseits ist der Wein auch hier schwebend und ätherisch und mit seinen 11 Vol.-% durchaus mager und schlank, andererseits verleihen ihm die alten Reben eine zusätzliche Dimension an Tiefe und Mineralität. Das lange Hefelager bringt Salz und eine seidige Textur in den Wein. Der Riesling wirkt leicht und hell, frisch und druckvoll und doch so laid back wie ein erfahrener Jazzer. Eigentlich ist »This is not a Love Song« ja ein Song der früheren englischen Post-Punk-Band Public Image Ltd., doch dieser Wein erinnert eher an die Interpretation desselben Songs durch Nouvelle Vague. Er hat etwas Französisches, Spielerisches und natürlich auch etwas Burgundisches – vor allem im Gegensatz zu den oft schweren Weinen, die zumindest früher im Kremstal und vor allem in der angrenzenden Wachau entstanden sind. Trotzdem ist das ein zutiefst eigenständiger Wein, der eine spürbare Idee in sich birgt und eine klare Handschrift hat. Der Riesling bleibt zu jedem Zeitpunkt kühl und hell, ist kräuterwürzig, druckvoll und sehr salzig, vibrierend und voller Energie.

 

Weingut HM Lang
Land Österreich
Herkunftsangabe Österreich
Inverkehrbringer HM Lang, Steinspreng 6, 3500 Stein, Österreich
Abfüller HM Lang, Steinspreng 6 3500 Stein, Österreich
Region Kamptal
Rebsorte Grüner Veltliner
Geschmack Trocken
Anbau bio-dynamisch
Zusatzstoffe enthält Sulfite
Jahrgang 2018
Trinkreife ab jetzt bis 2035
Alkohol 11,0 %
Restzucker 0 g/l
Säure 5,7 g/l
Boden Löß
Biologischer Anbau
Bio Zertifikat: AT-BIO-402